“Forschung online erleben”: Mittendrin statt nur dabei

Bei seiner Öffentlichkeitsarbeit geht das Paul Scherrer Institut PSI neue Wege: Erstmals wird ein Rundgang durch die Grossforschungsanlagen als Live-Video durchgeführt. Am Mittwoch, 9. September 2020, ab 19 Uhr können sich Interessierte mit ihrem PC, Tablet oder Smartphone in eine Live-Veranstaltung per Zoom einwählen und so nicht nur dabei, sondern gewissermassen mittendrin im Forschungsgeschehen sein.


Ein Strahlkanal des SwissFEL
Ein Strahlkanal des SwissFEL, der zu den Experimentier- und Messstationen führt, an denen Forschende tief in die Materie blicken und ultraschnelle Vorgänge beobachten können.

(Foto: Paul Scherrer Institut/Markus Fischer)

Ein Video erklärt Aufbau und Funktionsprinzip des Freie-Elektronen-Röntgenlasers SwissFEL.

(Video: Paul Scherrer Institut)

Seit 2019 steht der Freie-Elektronen-Röntgenlaser SwissFEL Forschenden auf der ganzen Welt für ihre Experimente zur Verfügung. Mit seiner extrem hohen Zeitauflösung erschliesst er neue Dimensionen: Denn er kann Prozesse abbilden, die lange Zeit viel zu schnell waren, um sie zu erfassen. Dazu gehören zum Beispiel zahlreiche Abläufe im menschlichen Körper oder in der chemischen Industrie. Doch das Potenzial des SwissFEL ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Für Besucherinnen und Besucher verborgen wächst er weiter: Am 9. September 2020 besteht die exklusive Gelegenheit, die PSI-Experten durch den Freie-Elektronen-Röntgenlaser SwissFEL zu begleiten und einen Blick in die zweite Strahllinie zu werfen, die gerade installiert wird. Ausserdem sehen die Teilnehmenden der Zoom-Veranstaltung, wie ein Hightech-Experimentierbereich von morgen entsteht, und erfahren, welche einmaligen Möglichkeiten dieser der Forschung eröffnet.

Seit dem Jahr 2009 lädt das Paul Scherrer Institut regelmässig zu Vorträgen mit anschliessender Besichtigung der Forschungsanlagen ein. Diese Veranstaltungen erfreuen sich grosser Beliebtheit und sind meistens ausgebucht. Wegen der Corona-Pandemie mussten die geplanten Veranstaltungen für die Öffentlichkeit im Jahr 2020 abgesagt werden. Im Wissen, dass gerade in Zeiten der Pandemie grosses Interesse an Forschung und Wissenschaft besteht, wurde beschlossen, die bisherige Vortragsreihe “Forschung live erleben” neu zu konzipieren. Diese heisst nun “Forschung online erleben” und wird vollumfänglich via die Videokonferenz-Anwendung Zoom durchgeführt. Am 9. September 2020 besteht das Programm aus einem Online-Vortrag zur Grossforschungsanlage SwissFEL und einer anschliessenden Begehung der Anlage, die als Live-Video übertragen wird.

Der Vorteil dieses neuen Veranstaltungsformats: Die interessierten Personen können es sich daheim gemütlich machen und Spitzenforschung bequem live erleben. Es ist keine Anmeldung notwendig, niemand muss anreisen und mit maximal 3000 Teilnehmern besteht eine Kapazität, welche die Nachfrage abdecken wird. Mit der Verlegung der Events ins Internet will das PSI in Corona-Zeiten aus der Not eine Tugend machen: Mit der neuen Veranstaltungsform ist es möglich, Forschungstätigkeiten zu präsentieren, die aus logistischen Gründen nicht vor Ort besichtigt werden können. Aus diesem Grund sollen auch nach dem hoffentlich baldigen Ende der Pandemie Live-Video-Rundgänge im Wechsel mit Veranstaltungen vor Ort durchgeführt werden.

Über das PSI

Das Paul Scherrer Institut PSI entwickelt, baut und betreibt grosse und komplexe Forschungsanlagen und stellt sie der nationalen und internationalen Forschungsgemeinde zur Verfügung. Eigene Forschungsschwerpunkte sind Materie und Material, Energie und Umwelt sowie Mensch und Gesundheit. Die Ausbildung von jungen Menschen ist ein zentrales Anliegen des PSI. Deshalb sind etwa ein Viertel unserer Mitarbeitenden Postdoktorierende, Doktorierende oder Lernende. Insgesamt beschäftigt das PSI 2100 Mitarbeitende, das damit das grösste Forschungsinstitut der Schweiz ist. Das Jahresbudget beträgt rund CHF 400 Mio. Das PSI ist Teil des ETH-Bereichs, dem auch die ETH Zürich und die ETH Lausanne angehören sowie die Forschungsinstitute Eawag, Empa und WSL. (Stand 05/2020)

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